____________________________________________________________________________________________

Der  Achtzigste.  Pfarrer  Werner Delf zum Geburtstag 

Am 15. September 2015 ist Pfarrer Werner Delf  80 Jahre alt geworden. Er beging dieses große Datum in Demut, Dankbarkeit und Freude in einem Gottesdienst, der von unserem Superintendent, Herrn Hans-Georg Furian, geleitet wurde, am 26.09.2015 in der Dorfkirche Schmöckwitz. Das Fest ereignete sich im großen Kreis seiner Familie, Freunde und vieler Gemeindeglieder. Sein wichtiger Freund, Herr Generalsuperintendent i.R. Martin-Michael Passauer, musste aus gesundheitlichen Gründen fehlen, leider.tl_files/stadtkirche/Portait/Werner Delf.JPG

Im Gottesdienst wie in Dankreden erinnerten sich viele seiner Weggefährten an seine langjährige segensreiche Tätigkeit in der Jugendarbeit des Kirchenkreises Oberspree. Der junggebliebene, frische, lebensbejahende und immer wortgewaltige Pfarrer Delf ist ein Köpenicker Urgestein. Er ist ganz ein Mann der Gemeinde. Von der Zeit als Jungscharleiter im Gemeindehaus Am Generalshof aufs Innigste mit seiner Ehefrau Edith Delf, geb. Kühlmann, verbunden, dankte er an diesem Ehrentag Gott besonders für seinen Sohn Martin, seine Schwiegertochter Sabrina und seine Enkel Benedict und Federico.

In dem damaligen Landesjugendpfarrer Alfred Schröder fand Werner Delf frühzeitig einen väterlichen Freund und geistlichen Begleiter, der ihm, wie Pfarrer Martin Helmer und Superintendent Fritz Figur, raten und sein Werden mitprägen konnte.

Auf eine Karriere als Hauptbuchhalter verzichtete er, um in den kirchlichen Dienst einzutreten. Das war sein Weg, um den Bedrückungen durch die stalinistische Diktatur in der frühen DDR standzuhalten. Der Katechet,  Kreisjugendwart,  mit  der Wahrnehmung der Dienste eines  Kreisjugendpfarrers  Beauftragte arbeitete segensreich mit Dieter Lydike und Michael Glaß sowie zahlreichen Ehrenamtlichen.

Der Verwalter des Kreisjugendpfarramtes wurde nach theologischer Fortbildung 1984 zusammen mit dem Gemeindepädagogen Hans-Jürgen Fredrich von Bischof Dr. Gottfried Forck ordiniert. Danach übernahm er die neu errichtete Pfarrstelle für das Köpenicker Allende-Viertel als Gemeindepfarrer. Im Team von sechs Pfarrerinnen und Pfarrern bei einer fürstlichen Personalausstattung der Gemeinde mit - für die heutige Zeit unvorstellbaren - 5,5 Pfarrstellen sowie zahlreichen kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für alle Bereiche, wurde er ein verantwortungsvoller Geschäftsführer. Er war und ist ein Pfarrer, der buchhalterische Korrektheit, wirtschaftliches Denken sowie lebensnahe Verkündigung und gelingende Seelsorge zusammenbringt; einer, der weiß, dass die Gemeinde mit ihren Kirchen, Kapellen und Gebäuden, mit Kindertagesstätten, Hort und Friedhof ohne wirtschaftliche Vernunft in ihrer irdischen Organisationsform nicht gut bestehen kann. Er war ein gründlicher Geschäftsführer, einer, der Rechnungen begleichen, bauen, sanieren, sparen sowie planvoll und zielstrebig investieren konnte: ein legendärer, guter Haushalter eben. Durch seine langjährige Arbeit in synodalen Gremien wie Kreiskirchenrat, Landes- und Bundessynode, kann Werner Delf zu jeder Zeit Trends klug gewichten und Dinge auf den Weg bringen.

Pfarrer Werner Delf hat mit seiner Persönlichkeit die Köpenicker Gemeinde geprägt. Wir sind dankbar und wünschen ihm Gottes Segen für seinen weiteren Weg! Wie schön, dass er da, unter uns und bei uns ist. So soll es bleiben. Gott segne ihn!

    Pfarrer Ralf Musold

____________________________________________________________________________________________

25 JAHRE – EIN RÜCKBLICK

Liebe Frau Wekel, liebe Astrid!

In diesem Jahr hattest Du ein besonderes Jubiläum: 25 Jahre arbeitest Du in unserem Köpenicker  Kirchbüro, Kirchstr. 4. Dies ist ein schöner Anlass, mit Dir ein Gespräch zu führen.

Wie kam es, dass Du 1988 hier anfingst? Du hast ja einen ganz anderen Beruf, Du bist Architektin.

1988 war ich Hausfrau, meine Kinder waren 3 und 5 Jahre alt und ich suchte eine „Halbtagsstelle“, wegen der Krankenversicherung, wegen des Rentenanspruchs usw. Ich wollte nebenbei freiberuflich als Schriftmalerin arbeiten, wie ich es die letzten Jahre schon getan hatte. tl_files/stadtkirche/Portait/Astrid Wekel.JPG

Die Arbeit als Architektin hat Dir bestimmt auch Freude gemacht?

Als Architektin fand ich keine Halbtagsstelle. Es war in der DDR ja nicht erwünscht, dass wir Teilzeit arbeiteten. Den Beruf selber habe ich von klein auf gelernt, erst als Bauzeichnerin, dann das Studium in Weimar. Nach dem Studium habe ich im Wohnungsbaukombinat in Köpenick gearbeitet. Als ich 1988 erfuhr, dass im Kirchbüro eine 40% Stelle freigeworden war, habe ich mich dort beworben.

Die Gemeinde in Köpenick war Dir aber nicht fremd?

Ich gehörte schon immer nach Köpenick-Nord, ging dort in die Christenlehre, in den Kinderkreis, war später bei Pfarrer Meerwald in einem Gesprächskreis für junge Eltern und singe seit 1981 in der Laurentiuskantorei.

Die Arbeit im Kirchbüro hat mir von Anfang an Freude gemacht. Mein Gebiet waren anfangs die Eintragungen in die Kirchenbücher, die Gestaltung der Schaukästen und Plakate, im Vertretungsfall natürlich die gesamte Büroarbeit. Ich war auch gleich in der Mitarbeitervertretung (MAV). Wir waren vor der Wende die erste MAV in Ostberlin. Von der ersten Ausgabe an (1994) arbeite ich der Redaktion des Laurentius-Boten mit und mein Ehrenamt ist die Gestaltung der „Endfassung“.

Köpenick Nord und die Martin-Luther-Kapelle sind aber Deine eigentliche „Heimat“?

Dort habe ich schon in „Zeiten Pfarrer Meerwalds“ Küster- und später Lektorendienste in der Martin-Luther-Kapelle übernommen und leite den dortigen Regionalkreis.

Deine Kinder sind inzwischen natürlich erwachsen und haben ihre eigenen Familien. Du bist jetzt zweifache Großmutter und da wirst Du bestimmt auch gebraucht. Es ist also keineswegs selbstverständlich, dass Du Dich auch noch in Deiner Freizeit so stark engagierst! Seit 2006 arbeitest Du auch im Friedhofbüro?

Ja, ich konnte so meine Stelle auf 100% aufstocken und so bin ich an zwei Orten tätig und arbeite dort an verschiedenen Tagen.

An beiden Arbeitsplätzen bin ich sehr gerne.

Bei unseren Interviews habe ich am Schluss immer gefragt, ob der oder die Interviewte einen Wunsch für den weiteren Weg unserer Gemeinde hat. Darum diese Frage auch an Dich:

Ich wünschte mir, dass die Pfarrer und wir Mitarbeiter ohne solche Hektik arbeiten müssen, wie sie sich in den letzten Jahren eingeschlichen hat. Meine große Sorge ist, dass Mitarbeiter und Pfarrer dabei kaputtgehen.

Es fehlt die Zeit für eine ruhige Vorbereitung von vielen Arbeitsaufgaben und für die Begegnung mit den Menschen. Ich wünschte mir auch, dass wir trotz der „Sparzwänge“ das harmonische Miteinander unserer Dienstgemeinschaft erhalten können.

Das war ein sehr ernstes und besorgtes Schlusswort.


Liebe Astrid, ich danke Dir herzlich für dieses Gespräch.

Mit diesem Interview möchte ich mich von Ihnen, den Leserinnen und Lesern des Laurentius-Boten als Redaktionsmitglied verabschieden. Da ich nicht mehr in Köpenick wohne und deshalb nicht regelmäßig in der Gemeinde bin, denke ich, dass es an der Zeit ist, mich aus der Redaktionsarbeit zu verabschieden. Ich werde aber mit viel Interesse den Laurentius-Boten lesen und am Gemeindegeschehen interessiert sein.

Mit vielen guten Wünschen für Sie und die ganze Gemeinde grüßt Sie

   Ihre Ruth Kautzsch.


Wir, die verbleibenden Redaktionsmitglieder, danken Frau Kautzsch für ihre langjährige Mitarbeit und wünschen ihr alles Gute.

____________________________________________________________________________________________